Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Extremwetter: Warum manche Technik Hitze liebt

Extreme Temperaturen bringen die Infrastruktur an ihre Grenzen. Doch nicht alle Systeme reagieren gleich: Einige werden sogar effizienter.
/ Mario Petzold
10 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Technische Hilfsmittel zur Abkühlung auf der Tribüne von Wimbledon, Großbritannien (Bild: Getty Images/Clive Brunskill)
Technische Hilfsmittel zur Abkühlung auf der Tribüne von Wimbledon, Großbritannien Bild: Getty Images/Clive Brunskill
Inhalt
  1. Extremwetter: Warum manche Technik Hitze liebt
  2. Batterien müssen nicht vorgeheizt werden
  3. Freizeit mit gemischtem Ergebnis

Die extreme Hitze der letzten Wochen zeigt unserer komplexen Infrastruktur die Grenzen auf. In Frankreich mussten Kernkraftwerke gedrosselt werden, in Nürnberg und Leipzig schmolzen Teile des Schienennetzes.

Vor allem das Stromnetz steht bei 40 °C Außentemperatur vor Herausforderungen, wobei das Drosseln großer Kraftwerke vordergründig nichts mit zu warmen Flusswasser zu tun hat. AKWs oder Kohlekraftwerke arbeiten häufig mit überkritischem Wasser, das ohnehin knapp 400 °C heiß ist.

Kühlen lässt sich so ein System auch mit 40 °C oder 50 °C warmem Flusswasser. Für Fische und Pflanzen in den Flüssen wäre das jedoch tödlich. Und weil in West- und Mitteleuropa in den letzten 40 Jahren viele Anstrengungen unternommen wurden, um die ehemals toten Flüsse wiederzubeleben, werden die Großkraftwerke mit Flusskühlung gedrosselt.

Photovoltaik reagiert stimmig

Solarzellen verlieren bei Hitze ebenfalls an Leistung, etwa 0,5 Prozent für jedes Grad oberhalb von 25 °C. Selbst bei extremer Hitze produzieren sie also weiter Strom. Praktischer Nebeneffekt: In der Mittagshitze fällt die typische Mittagsspitze geringer aus, die zum Beispiel dem deutschen Stromnetz zu schaffen macht.

Beim Blick auf die Gesamtleistung über den Tag verschwinden dagegen die Unterschiede zwischen heißen und erträglichen Tagen größtenteils. Die Degradation ist allerdings höher, wie Erfahrungen aus Spanien(öffnet im neuen Fenster) zeigen.

Leider muss daneben beachtet werden, dass die Wechselrichter in vielen Fällen deutlich hitzeempfindlicher sind als die Solarzellen selbst. So kann die Leistung einer kompletten Solaranlage bei Extremtemperaturen um 90 Prozent einbrechen, obwohl die Zellen weiter Strom liefern. Der Wechselrichter muss dann hitzebedingt immer wieder abschalten.

Solarthermie hingegen profitiert von der Hitze. So lässt sich mehr heißes Wasser in kürzerer Zeit bereitstellen. Nur dumm, dass man so viel Wärme im Sommer meist nicht benötigt.


Relevante Themen