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Machtkampf: T-Mobile US-Manager opponieren offen gegen Fusion mit der Telekom

Die Pläne für eine Verschmelzung der Deutschen Telekom und T-Mobile US sind vom US-Management abgelehnt worden. Auch institutionelle Investoren und US-Regulierungsbehörden haben Bedenken.
/ Achim Sawall
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Kann das Management in den USA gegen den Mehrheitsaktionär bestehen? (Bild: T-Mobile US)
Kann das Management in den USA gegen den Mehrheitsaktionär bestehen? Bild: T-Mobile US

Führungskräfte von T-Mobile US haben dem Mehrheitsaktionär Deutschen Telekom mitgeteilt, dass sie die geplante Fusion der beiden Unternehmen nicht mehr unterstützen. Gründe seien Bedenken der anderen Aktionäre als auch mögliche regulatorische Hürden, wie das Onlinemagazin Semafor exklusiv unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertrauten Personen berichtet(öffnet im neuen Fenster).

Große institutionelle Anleger hätten dem US-Unternehmen mitgeteilt, dass sie eine Fusion mit der Telekom ablehnen, weil die Telekom im Vergleich zu T-Mobile US langsamer wachse. Die Fusionsgespräche zwischen T-Mobile und der Telekom begannen im April des Jahres.

Das Komitee für Auslandsinvestitionen in den Vereinigten Staaten (CFIUS) fordere zudem Garantien, dass die Einnahmen von T-Mobile in den USA reinvestiert oder anderweitig im Land verbleiben, so die Manager zu Semafor. T-Mobile US erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen bereinigten freien Cashflow von rund 18 Milliarden US-Dollar und zahlte an die Deutsche Telekom mehr als 2 Milliarden US-Dollar an Dividenden. Die Telekom hat einen Stimmrechtsanteil von 54,5 Prozent bei T-Mobile.

Hauptsitz einer gemeinsame Holding in Irland oder der Schweiz

Der Chef der Telekom, Tim Höttges, verfolgt das Ziel, einen globalen Marktführer zu formen, der mit den weltgrößten Anbietern konkurrieren kann. Er lässt ein kleines Team von Spezialisten an dem strategischen Konzernumbau arbeiten. Das Ziel ist, die Telekom und deren Tochter T-Mobile US in einer Holding zu vereinen. Nach Informationen aus Branchenkreisen wird intern über ein Modell nachgedacht, dessen neuer Hauptsitz eine gemeinsame Holding in Irland oder der Schweiz sein könnte. Gleichzeitig betonen andere Quellen, dass das operative Zentrum des Unternehmens weiterhin in Bonn verbleiben soll.

Höttges plant keine hundert milliardenschwere Barübernahme der ausstehenden Anteile, sondern einen Aktientausch über die neue Konzernstruktur. Die Holding würde den T-Mobile-US-Aktionären ein Angebot machen, ihre Anteile gegen neue Aktien der Holding einzutauschen. Dasselbe würde für die bisherigen Telekom-Aktionäre gelten. Die neu entstehende Holding soll sowohl an der Nasdaq als auch in Europa gelistet sein, damit sowohl US-amerikanische institutionelle Anleger als auch europäische Aktionäre dabei blieben.

Welche Konsequenzen der Widerstand der Manager gegen den Hauptaktionär haben wird, ist offen: Im Jahr 2019 hatte der Verwaltungsrat von T-Mobile US den Chief Executive Officer John Legere abgesetzt,, weil er im Alleingang mit der Softbank zumindest eine neue Führungsposition bei Wework verhandelt hatte.


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