Rockstar Games: GTA 6 und die Jagd auf Cyberleek
Nach mehreren mutmaßlich echten Videos aus GTA 6 richtet sich die Aufmerksamkeit der Community zunehmend auf den Urheber der Leaks. In Foren und sozialen Netzwerken hat eine regelrechte Jagd auf die Person oder Gruppe namens Cyberleek begonnen. Dabei tauchen interessante Spuren auf – und mindestens ebenso viele Spekulationen.
Besonders intensiv wird derzeit die Kryptowährung untersucht, die Cyberleek parallel zu den Leaks bewirbt. Mit einem eigenen Memecoin können Fans darüber abstimmen, welches Material als Nächstes veröffentlicht wird.
Zur Wahl standen unter anderem Aufnahmen mit Autos, Motorrädern und Flugzeugen. Die Stimmen werden mit Cyberleek-Tokens bezahlt, das Geld soll nach Darstellung der Betreiber weitere Aktionen finanzieren.
Damit hinterlässt Cyberleek allerdings eine nachvollziehbare Geldspur. Nutzer haben mehrere beteiligte Wallets analysiert und führen deren Finanzierung letztlich auf die Kryptobörse Kucoin zurück.
Weil diese grundsätzlich eine Identitätsprüfung ihrer Kunden verlangt, könnte das zumindest theoretisch für Ermittler interessant werden. Ein Beweis für die Identität des Leakers ist die Wallet-Analyse allerdings nicht.
Auch eine vermeintliche Spur nach Deutschland macht die Runde. So wurde darauf verwiesen, dass Infrastruktur rund um Cyberleek über Server des deutschen Anbieters Hetzner läuft. Außerdem existiert ein mehrere Jahre alter Account namens Cyberleek in einem deutschsprachigen Technikforum.
Moin moin, ich bin der Cyberleek
Dort war unter anderem zu lesen, dass er (oder sie) gerne mit "Moin Moin" grüße – also eher aus dem norddeutschen Raum stammen dürfte. Außerdem hieß es, der Nutzer sei Mitte 30 und beschäftige sich mit Linux, Serveradministration und IT-Sicherheit.
Daraus wurde in sozialen Netzwerken bereits die Behauptung, Cyberleek sei ein Deutscher im Alter von ungefähr 33 bis 35 Jahren, belastbare Belege dafür gibt es aber nicht. Ein Server bei einem deutschen Anbieter sagt wenig über den Aufenthaltsort seines Nutzers aus. Auch die Verbindung zwischen dem alten Forenaccount und den aktuellen GTA-Leaks ist nicht nachgewiesen.
Nicht einmal die Echtheit sämtlicher Videos lässt sich zweifelsfrei belegen. Im Umfeld der Leaks kursieren nachweislich KI-generierte Aufnahmen, entsprechend wird in der Community auch diskutiert, ob Cyberleek selbst mit künstlich erzeugtem Material arbeitet.
Gegen eine vollständige KI-Fälschung sprechen allerdings der Umfang und die Konsistenz der bisherigen Veröffentlichungen. Die Clips zeigen unterschiedliche Situationen, Animationen, Benutzeroberflächen, Fahrzeuge und Spielmechaniken. Besonders markant ist ein Video, in dem mit Einschusslöchern gezielt das Wort LEEK an eine Wand geschrieben wird.
Cyberleek reagierte damit offenbar auf Zweifel und produzierte eine sehr spezifische neue Szene. Das wäre mit KI zwar machbar, würde aber erheblichen Aufwand bedeuten. Plausibler erscheint derzeit, dass Cyberleek selbst oder zumindest eine Quelle Zugriff auf eine spielbare Entwicklungsfassung hat.
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