Starlink: SpaceX will weitere 100.000 Satelliten starten
SpaceX hat bei der US-Regulierungsbehörde FCC einen Antrag eingereicht, der die Genehmigung für bis zu 100.000 zusätzliche Starlink-Satelliten vorsieht. Der Antrag(öffnet im neuen Fenster) beschreibt die dritte Generation der Konstellation, genannt Gen3, als Nachfolger der aktuell rund 11.000 Satelliten im Orbit.
Sollte der Antrag in vollem Umfang bewilligt werden, wüchse das Netzwerk um fast das Zehnfache. SpaceX erklärte, das erweiterte System könnte zusammen mit neuer Hardware am Boden die gesamte Netzwerkbandbreite um das Hundertfache steigern. Wann diese Kapazität tatsächlich bei den Kunden ankommt, lässt das Unternehmen offen.
Was SpaceX mit Gen3 verspricht
Laut Antrag sollen die Gen3-Satelliten Multi-Gigabit-Breitband mit symmetrischer Übertragung und deutlich geringerer Latenz ermöglichen. SpaceX nennt Zahlen, wonach die heute üblichen Verzögerungen von etwa 30 bis 50 Millisekunden künftig unter 20 Millisekunden fallen könnten.
In der Praxis blieb die Leistung bisher hinter den Werbeversprechen zurück. Unabhängige Tests der teuersten Starlink-Tarife für Privatkunden zeigten durchschnittliche Downloadgeschwindigkeiten deutlich unter den beworbenen Spitzenwerten, bei den Uploadraten fiel der Abstand noch größer aus. Ob Gen3 diese Lücke schließen kann, bleibt abzuwarten.
Die Gen3-Satelliten sind zudem erheblich schwerer und wiegen Berichten zufolge über zwei Tonnen pro Stück. Das dürfte den bewährten Falcon-9-Trägerraketen ausschließen. SpaceX geht davon aus, dass künftig vor allem die noch in Entwicklung befindliche Rakete Starship die meisten Starts übernimmt(öffnet im neuen Fenster), während die Falcon Heavy in einer Übergangsphase aushilft.
Ein breiterer Kundenkreis und ein umfangreicher Antrag auf Frequenzen
Der Antrag positioniert Gen3 als weit mehr als ein Angebot für private Haushalte. SpaceX teilte der FCC mit, das Netzwerk solle künftig auch Unternehmen, Behörden und, wie es das Unternehmen formuliert, Milliarden vernetzter KI-Geräte bedienen.
Um dieses Vorhaben zu stützen, beantragte SpaceX Zugang zu einem ungewöhnlich breiten Spektrum an Frequenzbändern. Zusätzlich beantragte das Unternehmen Ausnahmeregelungen von bestehenden FCC-Vorschriften, um diese Bänder zu größeren Kanälen zusammenzufassen.
Dieser Antrag steht bereits in der Kritik. Eine derart breite Frequenznutzung birgt das Risiko von Störungen bei konkurrierenden Satellitensystemen und anderen Funkdiensten. SpaceX will dem durch Abstimmung mit anderen Betreibern begegnen.
Die nächsten Schritte
Der Antrag bei der FCC durchläuft nun ein öffentliches Prüfverfahren einschließlich einer Kommentierungsfrist, in der Konkurrenten, Astronomen sowie weitere Betroffene Einwände vorbringen können. Einige Fachverbände aus der Astronomie warnen bereits(öffnet im neuen Fenster), dass eine Konstellation dieser Größenordnung die bodengestützte Beobachtung erheblich beeinträchtigen könnte.
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