Infineon und die Künstliche Intelligenz
Infineon glaubt nicht an ein Ende des Künstlichen Intelligenz-Boom. Der Konzern erhöhte seine Prognosen und betonte seine Ambitionen, einen weltweiten Marktanteil von mindestens 30 bis 40 Prozent für Leistungshalbleitern für KI-Rechenzentren zu erreichen. Infineon stellt keine KI-Prozessoren her, sondern ist einer der wichtigsten Akteure für die Energieversorgung und das Power Management dieser Systeme.
Energieversorgung für KI-Rechenzentren
Bei den enormen Stromstärken in KI-Rechenzentren entstehen massive Wärmeverluste. Infineon setzt hier auf Wide-Bandgap-Halbleiter, die viel effizienter schalten als klassisches Silizium (Si). Coolsics aus Siliziumkarbid und geeignet für die hohen Spannungen direkt am Netzeingang vertragen extrem hohe Temperaturen und minimieren die Energieverluste beim ersten Umwandlungsschritt.
800-Volt-Gleichstromsysteme
Wechsel zu 800-Volt-Gleichstromsystemen. Coolgan-Komponenten aus Galliumnitrid schalten extrem schnell und präzise. Sie werden vor allem auf den Server-Mainboards eingesetzt, um den Strom auf den letzten Zentimetern extrem kompakt und mit minimaler Abwärme herunterzuregeln.
Power Supply Units (PSUs)
KI-Racks steigen technologisch gerade massiv im Spannungsniveau, um Leitungsverluste zu minimieren. In Kooperation mit Nvidia wird von klassischen Architekturen hin zu 50-Volt- oder sogar 800-Volt-Gleichstromsystemen gewechselt. Infineon liefert hierfür die passenden Power Supply Units (PSUs). Die neuen 18-kW-Systeme von Infineon besitzen spezielle Pufferkondensatoren, die extreme Stromspitzen abfedern, die auftreten, wenn die GPU plötzlich unter Volllast rechnet, ohne das Stromnetz des Rechenzentrums zu überlasten.
Kundenbedarf aus Europa
In der kommenden Woche weiht Infineon in Dresden eine neue Fabrik ein. Das Unternehmen selbst investierte fünf Milliarden Euro, dazu kommen Subventionen in Höhe von einer Milliarde Euro aus Steuergeldern. Hanebeck betonte: "Es ist perfektes Timing." Und fügte an: "Dekarbonisierung und Digitalisierung führen dazu, dass überall unsere Chips gebraucht werden, für dieses Wachstum wollen wir gerüstet sein." Das Portfolio konzentriert sich primär auf Power-Management, Sensorik und IoT-Connectivity für Automotive-Architekturen, Smart-Grid-Infrastrukturen und die industrielle Leistungselektronik.
Investitionen in Deutschland
Als Unternehmen mit Sitz in Deutschland wollen wir auch zur Resilienz der Bundesrepublik beitragen. Der Standort ist für mich eine Herzensangelegenheit. Zudem wünschen sich viele Kunden, aus Europa beliefert zu werden. Der europäische Chipstandort sei "besser, als viele sagen" und in vielen Bereichen weltweit führend: "Bei vielen Halbleiterprodukten können wir sehr gut mithalten."
KI-Prozessoren vs. Power-Management
Infineon stellt keine KI-Prozessoren her, sondern ist einer der wichtigsten Akteure für die Energieversorgung und das Power Management dieser Systeme. Diese Kompetenz macht Infineon zu einem Schlüsselfaktor in der Entwicklung der Künstlichen Intelligenz und der Energieversorgung für KI-Rechenzentren.