Selbstporträts sind ein unterschätztes, sehr vielseitiges Genre in der Fotografie. Sie bieten einen fotografischen Spielraum und sind ein gutes Werkzeug, um sich einerseits selbst zu entdecken, andererseits Dinge zu verarbeiten oder fotografische Techniken zu verfeinern. Katja Heinemann, freie Fotografin aus Leipzig, beschreibt, wie sie mit Licht, Posen oder Perspektiven experimentiert und ihre Bilder als bewusster Gegenpol zur Selbstinszenierung in den sozialen Medien oder zu KI-generierten Bildern versteht.

Selbstporträts: Ein vielseitiges Genre in der Fotografie

Technik und Planung ohne Hürden

Die technische Umsetzung von Selbstporträts ist unkompliziert und erfordert keine teure Ausrüstung. Heinemann begann ihre Arbeit mit einem Smartphone, das sie mithilfe eines Schnürsenkels an einem Baum befestigte. Heute arbeitet sie mit einer Canon EOS 5D Mark IV und einem 35-Millimeter-Objektiv, jedoch betont sie, dass auch einfache Kameras großartige Ergebnisse liefern können. Entscheidend sind die Idee und die Umsetzung, nicht die technische Perfektion.

Selbstporträts erlauben zudem Spontanität. Oft entstehen Heinemanns Bilder in dem besonderen Moment, in dem das Licht oder die Umgebung stimmen. Für Outdoor-Shootings empfiehlt sie abgelegene Orte, um ungestört arbeiten zu können. Wichtiger als die Kamera selbst ist ein stabiler Standort für sie, etwa ein Stativ oder eine flache Mauer.

Fokus auf Emotionen und Experimentierfreude

Ihre Selbstporträts sind geprägt von ehrlichen Emotionen. Ob Angst, Freude oder Unsicherheit, Heinemann setzt ihre Gefühle bewusst in Szene. Inspiration holt sie sich aus Bildbänden, der Malerei oder Aktzeichenkursen, durch die sie stets neue Ideen entwickelt. Vor allem aber ermutigt sie andere, einfach anzufangen. "Fehler sind Teil des Prozesses", so die Fotografin.

Selbstporträts als Werkzeug zur Selbstentdeckung

Für Katja Heinemann sind Selbstporträts auch ein geschützter Raum. In dieser Ausgabe der c’t Fotografie erzählt sie, wie sie mit Licht, Posen oder Perspektiven experimentiert. Ohne Zeitdruck und fremde Erwartungen erzählen ihre Bilder von persönlichen Erfahrungen oder setzen sich mit körperlichen Veränderungen, etwa den Narben nach einer Operation auseinander. Ihre Bilder sind ein bewusster Gegenpol zur Selbstinszenierung in den sozialen Medien oder zu KI-generierten Bildern, die nur unpersönliche Fantasiegeschichten erzählen.

Makrofotografie im Herbst

Alexander Mett zeigt, wie Nebel, Tau und diffuses Licht die Stimmung in Makroaufnahmen verstärken. Damit mystische und detailreiche Aufnahmen gelingen, stellt der Fotograf die nötige Technik vor: spezielle Makroobjektive, Focus Bracketing, ein Blitz mit Diffusor oder flexible LED-Lampen, um die Motive optimal auszuleuchten.

Türme und Brücken

Christian Twehues zeigt, wie vertikale und horizontale Linien spannende Bildkompositionen schaffen und Landschaftsaufnahmen Struktur und Tiefe verleihen. Eine neue Perspektive, die passende Brennweiten und gezielt genutzte Lichtstimmungen inszenieren bekannte Türme oder Brücken neu, egal ob man mit dem Teleobjektiv Details isoliert oder mit dem Weitwinkel die Umgebung einbezieht. Mit Geduld und guter Planung entstehen Bilder, die Architektur und Natur harmonisch miteinander verbinden.

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Sie erhalten die aktuelle Ausgabe der c’t Fotografie (6/2026) für 16,90 Euro im heise.

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